| The Aims of AIMS / 40 Jahre AIMS in Graz! |
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Seit dem Jahre 1969 ist die steirische Landeshauptstadt Graz zunehmend Blickpunkt der internationalen Opern- und Konzertwelt. Als das American Institute of Musical Studies mehr zufällig als beabsichtigt hier seine Zelte aufschlug, wußte niemand, ob sich die visionäre Idee eines intensiven Opernkurses für Amerikaner fern der Heimat würde behaupten können. Heute, 40 Jahre später, ist der Traum der AIMS-Eltern Irma Cooper, Maestro Cornelius Eberhardt, Richard Owens und Nora Sands, nicht nur in Erfüllung gegangen, sondern auch zur Legende geworden. "Oft kopiert, nie erreicht" trifft auch auf das Programm des American Institute of Musical Studies zu. In aller Welt gibt es heutzutage Sommerkurse für junge Musiker. Tatsächlich kann sich keine dieser Institutionen, weder qualitativ noch quantitativ, mit AIMS messen. Das einzigartige AIMS Festival Orchestra, vier international hochgeschätzte Dirigenten und eine Fakultät, die nicht nur große Namen der Operwelt in sich birgt, sondern auch ein Höchstmaß an Erfahrung, Enthusiasmus und Idealismus. Schließlich sind es die über 130 Teilnehmer aus aller Welt, die erstmals in den Traum von AIMS eintauchen, ehe sie durch AIMS auf die gar nicht immer traumhafte, eher harte, Realität des Opern- und Konzertbetriebes vorbereitet werden. Dabei sah es nach dem plötzlichen Tod von Generaldirektorin Dr. Nora Sands im Oktober 2003 anfänglich gar nicht so aus, als würde ihr Lebenswerk ohne sie weiter Bestand haben. Ihre engsten Wegbegleiter haben ihre Botschaft an die Nachwelt verstanden und ohne Zögern zu ihrer eigenen Botschaft gemacht: Jungen, talentierten und zielstrebigen Künstlern jenes Maß an Professionalität mitzugeben, das sie von ihren Mitbewerbern um Opernrollen, Solopartien und Orchestersitzen abhebt. Es gibt heute kaum eine Ausgabe von “Opernwelt”, “Opernglas”, “Bühne” oder “Operanews”, in welcher nicht zumindest ein ehemaliger AIMS-Teilnehmer vorkommt. Einige von ihnen haben bereits Operngeschichte geschrieben, andere sind gerade dabei, manche werden vielleicht während ihres AIMS-Sommers in Graz lernen müssen, dass sie den Anforderungen ihres gewählten Berufes nicht entsprechen. Sie sind jedoch in der Minderheit. Wenn wir eingangs Graz erwähnt haben, so muß wohl festgestellt werden, dass sich das kulturelle Leben der Kulturhauptstadt während der 39 Jahre verändert hat. AIMS hat hier erstmals im Sommer Opern- und Konzertabende veranstaltet und dabei so manchen Innenhof zum Leben erweckt, der heute als sommerliche Spielstätte nicht mehr wegzudenken ist. AIMS hat auch begonnen, das kulturelle Sommerloch zu füllen. Heiß erwartet war demnach auch die Ankunft der einstmaligen Exoten Anfang Juli, schwer der Abschied nach dem “Meistersingerkonzert”. Wenn das Angebot heute ein Überangebot ist und sich manche fragen, was AIMS denn hier noch will, darf dieser Sichtweise eben dessen Rolle als visionärer Wegbereiter entgegengehalten werden. Wir freuen uns, wieder hier zu sein. Graz ist für viele AIMSer nicht nur zweite Heimat, sondern ein Zuhause fern des Zuhauses. Manche sind tatsächlich hier geblieben, andere kommen immer wieder, viele werden sich ihre gesamte Karriere hindurch an die zweifellos intensivsten und vielleicht auch prägend schönsten sechs Wochen ihres Lebens erinnern. Mag. Clemens Anton Klug |
“Niemals lasse ich mir AIMS und GRAZ aus meinem Leben nehmen...” Dr. Nora Sands (1928-2003) |